
Was ist passiert?
Chrome hat stillschweigend ein 4-GB-Modell für künstliche Intelligenz auf die Festplatten der Nutzer heruntergeladen. Die Datei heißt weights.bin und enthält die Gewichte des Gemini Nano-Modells.
Du findest sie in einem Ordner namens OptGuideOnDeviceModel in deinem Chrome-Profil.
Warum das ein Problem ist
Du hast dem nicht ausdrücklich zugestimmt. Es gibt zwar eine Option, dies zu blockieren, aber sie ist tief in den Chrome-Einstellungen und experimentellen Flags versteckt, die die meisten Nutzer nie überprüfen.
KI-bezogene Funktionen sind standardmäßig aktiviert, und wenn du die Datei manuell löschst, kann Chrome sie automatisch erneut herunterladen.
Mit anderen Worten: Du entscheidest, was auf deiner Festplatte bleibt, aber der Browser kann diese Entscheidung ignorieren.
Wo passiert das?
Dieses Verhalten wurde unter Windows, macOS und Ubuntu gemeldet.
Unter macOS zeigen forensische Protokolle Berichten zufolge, dass die Datei am 24. April 2026 installiert wurde, vermischt mit Sicherheitsupdates. Einige Entwickler sagen, dass dies bereits seit mehr als einem Jahr geschieht.
Der verwirrendste Teil
Chrome 147 fügt der Adressleiste eine „KI-Modus“-Schaltfläche hinzu.
Wenn Nutzer diese Schaltfläche sehen, könnten sie annehmen, dass KI-Suchen lokal auf ihrem Computer verarbeitet werden – besonders, wenn bereits ein 4-GB-KI-Modell auf der Festplatte gespeichert ist.
Doch genau das passiert nicht.
Der KI-Modus läuft in der Cloud. Deine Anfragen werden an die Server von Google gesendet. Das 4-GB-Modell auf deinem Computer wird für diese Schaltfläche nicht verwendet.
Wofür wird das lokale KI-Modell also verwendet?
Das heruntergeladene Modell wird hauptsächlich für Funktionen genutzt wie:
- Help Me Write
- Betrugserkennung
Diese Funktionen sind in Menüs versteckt, etwa in Rechtsklick-Optionen, die viele Nutzer möglicherweise nie öffnen.
Die Datenschutzbedenken
Google hat mehrere Gigabyte Speicherplatz ohne klare Zustimmung der Nutzer verwendet, um Funktionen zu unterstützen, die viele Menschen gar nicht aktiv nutzen.
Währenddessen sendet die sichtbare KI-Funktion, die Nutzer tatsächlich bemerken — der KI-Modus — Daten in die Cloud, anstatt lokal zu arbeiten.
In Europa haben Forscher bereits auf einen möglichen Verstoß gegen Artikel 5(3) der ePrivacy-Richtlinie hingewiesen, der eine Zustimmung verlangt, bevor Software oder Informationen auf dem Gerät eines Nutzers gespeichert werden.
So deaktivierst du es
Folge diesen Schritten:
- Öffne Chrome.
- Gehe zu: chrome://flags
- Suche nach: Optimization Guide On Device Model
- Stelle es auf: Disabled
- Starte Chrome neu.
- Lösche den Ordner OptGuideOnDeviceModel aus deinem Chrome-Profil.
Abschließender Gedanke
Dein Computer gehört dir nur wirklich, wenn du im Blick behältst, was darauf installiert wird.